{kA}: keine Ahnung von Schwerkraft
— Kanzlei für Raumbefragungen

Dokumentation

Der aktuelle Stand des Projektes kann über diese Webseite verfolgt werden. Hier werden die gerade bearbeiteten Teilprojekte (Gebäude) visualisiert und mit Audiosequenzen hörbar gemacht. Zudem werden Informationen zu den jeweiligen Städten und Besonderheiten der Gebäude sowie kritische Reflexionen zum Produktionsprozess gesammelt.

Darüber hinaus entsteht für jedes Gebäude eine Printpublikation, die die unterschiedlichen Ansätze und Medien im Entstehungsprozess zusammenführt und dokumentiert. Die so entstehenden Publikationen bilden eine Reihe und enthalten Bildmaterial und Texte zum jeweiligen Gebäude sowie eine Audio-CD.

In der begleitenden Publikationsreihe sind bereits zwei Dokumentationen erschienen, die jeweils einem Gebäude gewidmet sind: Würzburg/Villa03 und Graz/Sauraugasse. Die Publikation Murau/Alte Gerberei erscheint im Herbst 2012.

Die Publikationen können über die Kanzlei bezogen werden (shop@kavs.cc).


Folgende Arten der Dokumentation begleiten das Projekt:

{ VIDEO / PHOTO }

Das Projekt wird vom Moment der Aufbauarbeiten über die Experimentier- und Kompositionsphase bis hin zum Stadium der Präsentation und Aufzeichnung visuell dokumentiert. Dabei geht es weniger darum, die fertige Arbeit zu erklären, als die im Prozess gefällten Entscheidungen und in der Praxis gemachten Erfahrungen festzuhalten und visuell zu unterstützen. Auf diese Weise werden die verschiedenen Gebäudesituationen bzw. praktischen Problemlösungen auch in der Zukunft erinnerbar und nutzbar. Eine Fotodokumentation soll den Ort für den jeweiligen Katalog festhalten.

{ AUDIO }

Wichtiger in diesem Zusammenhang ist die Audio-Aufzeichnung dieser speziellen Klang-Raumsituation. Zwar kann man zunächst die sehr puristische Auffassung vertreten, dass die Komposition so eng mit dem Ort verbunden ist, dass sie ohne diesen nicht existieren kann und folglich die Aufzeichnung überflüssig ist.

Man kann aber auch das gegebene Setting nutzen, um eine Audioaufnahme zu machen, die nur so möglich ist und im Ergebnis eine andere, eigenständige Arbeit darstellt. Gerade in der Aufzeichnung ergeben sich interessante Möglichkeiten, den Klang des Gebäudes oder die charakteristischen klanglichen Eigenschaften des Orts mit einzufangen und musikalisch zu nutzen.

Nach Begehung, Befragung, Komposition und Vorführung soll ein letzter Schritt erfolgen, der sich mit der Mikrophonierung und Aufzeichnung der jeweiligen Klangsituation vor Ort auseinandersetzt. Hier sind dann Sprünge in der Perspektive möglich (außen/innen, nah/fern etc.), sowie die Separierung der Quellen und ihres unmittelbaren Umgebungsraums auf einzelnen Tracks und auch Raummischungen auf einer gemeinsamen Zeitachse. Auch die oben angesprochene ambisonische Aufzeichung für ein Lautsprecherkonzert im Cube oder Mumuth oder im Rahmen einer binauralen Radiosendung könnte in diesem Zusammenhang interessant werden, da das klangliche Ergebnis zwar komponiert und arrangiert wurde, aber außerhalb des anderen „Abhörraums“ entstanden ist und somit seinen eigenen charakteristischen Raumklang mitbringt.

{ TEXT }

Der kompositorische Prozess im Gebäude wird von einer Art Logbuch des Komponisten begleitet, in dem alle Schritte, Handlungen und Reflexionen zum Entstehungsprozess eingetragen werden. Die Aufzeichnungen, die mit dem Beginn der Begehung einsetzen, enthalten Skizzen zur Raumaufteilung, Positionierungen der Mikrophone, Abspielfolgen der Test-Klänge und Bemerkungen zur Raumakustik, zur Wahrnehmung und Atmosphäre des Raumes.

Neben den schriftlichen Aufzeichnungen zum Kompositionsprozess werden im Umfeld von keine Ahnung von Schwerkraft auch die sozio-kulturelle Situation und Bedeutung der jeweiligen Gebäude recherchiert. Dies betrifft insbesondere Aspekte der Stadt-und Nutzungsgeschichte der Häuser. Darüber hinaus wird innerhalb der Kanzlei der gesamte Arbeitsprozess und das Zusammenspiel der einzelnen Tätigkeiten des Ensembles immer wieder reflektiert und die Konzeption des Projektes kritisch befragt.

{ DISKUSSION / AUSWERTUNG }

An den jeweiligen Kompositionsorten soll der Kontakt zur einschlägigen Kunstszene, zur zuständigen Kulturabteilung und gegebenenfalls zur ortsansässigen Musik- und Kunsthochschule gesucht werden. Workshops zum Thema der Gebäudekompostion und der ortsspezifischen (Klang-)Installation bieten sich hier an.

Die Aufnahmen sollen dann einer weiter reichenden interdisziplinäre Diskussion über Komposition im öffentlichen Raum unter Einbeziehung architektonischer Gesichtspunkte (Raum, Materialien, Gebäudegestaltung, Gebäudenutzung) zur Verfügung gestellt werden, deren Ergebnisse wiederum in die zukünftigen Überlegungen am jeweils neuen Ort einfließen könnten. An dieser Diskussion sollen Architekten, Soziologen, Kulturwissenschaftler, Städteplaner, Komponisten und Medienkünstler beteiligt werden.

Außerdem werden die Gebäudekompositionen und die Ergebnisse aus der akustischen Forschungsarbeit dem “Atelier Klangforschung der Universität Würzburg” zur Auswertung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollen auf dieser Grundlage weitere Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft in Kooperation mit weiteren Universitäten initiiert werden.